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Welcome Magazin 2016

Welcome! 101 NEUE KONTAKTE Der Anfang ist gemacht, ein neuer Job und eine Wohnung sind gefun- den. Aber Arbeit ist nicht alles. Wohin in der Freizeit, wenn man noch nie- manden kennt? Kontakte zu knüp- fen ist gar nicht so einfach. Dass es manchmal viel Geduld braucht, aber auch ganz schnell gehen kann, zei- gen zwei Beispiele aus Tübingen. J ose Vasquez, 44, kam vor 16 Jahren aus Kolumbien nach Tübingen. Sein einziger Kontakt war damals sein Cousin. Weil er kein Deutsch konnte, orientierte er sich jahrelang an spanischsprachigen Leuten. Ein großer Fehler, wie er heute sagt. Wer neu in ein Land kommt, soll- te möglichst schnell die Sprache lernen. „Das ist die erste Tür, die du öffnen kannst.“ Ist diese Hürde genommen, wird vieles einfacher, auch im Job. Vasquez hat in Kolum- bien Maschinenbau studiert, ist heute Produktmanager bei Siemens. Der Weg dahin war mit Steinen ge- pflastert. Anfangs jobbte er als DJ im Jazzkeller in Tübingen oder im Landschaftsbau, weil viele Firmen seine Ausbildung nicht anerkann- ten. „Das war ganz schön frustrie- rend.“ Bekam er die Chance auf ein Vorstellungsgespräch auf Englisch, überzeugte Vasquez die Führungs- kräfte schnell. Im Alltag holten ihn dann die Probleme ein, die Kommu- nikation mit Kollegen war schwie- rig, manche waren ihm gegenüber grundsätzlich sehr verschlossen und abweisend. Das wiederum führ- te zu Ablehnung und Missverständ- nissen. DER MENSCH ZÄHLT Die Wende kam mit seiner Frau Son- ja. Jose hatte bereits aufgegeben, die Koffer gepackt und war auf dem Weg nach Australien. Doch die Liebe zu ihr zog ihn ein halbes Jahr später zu- rück. „Trotzdem wussten wir lange nicht, ob ich hier einen Fuß auf den Boden bekomme.“ Das Durchhalten hat sich gelohnt. Nicht nur, dass Jose durch seinen jahrelangen Aufenthalt und seine vielen verschiedenen Jobs mittlerweile gut Deutsch spricht. Heute leben die beiden zusammen mit ihrer Tochter Alina in Kilchberg, sind in der Ortschaft integriert. Dabei geholfen haben der jungen Familie die Kontakte zu anderen Familien, die durch den Kindergar- ten von Alina entstanden sind, aber auch der Bau des Reihenhauses, der die Vasquez’ mit Nachbarn 

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